70 Jahre Freunde Sinsheimer Geschichte

Geschichte des Vereins "Freunde Sinsheimer Geschichte" e.V.

(ChF) Als Karl Wilhelmi 1830 seine "Gesellschaft zur Erforschung der vaterländischen Denkmale der Vorzeit" gründete, ahnte er noch nicht, dass sich diese Tradition der  Geschichtserforschung bis in die heutigen Tage fortsetzen wird. Aus seinem altehrwürdigen Verein gingen die "Freunde Sinsheimer Geschichte" e.V. hervor.

„Am 27. Juli 1946 beginnt Stadtbibliothekar Georg Zink mit dem Aufbau einer stadtgeschichtlichen Sammlung und regt die Gründung eines Vereins „Freunde Sinsheimer Geschichte“ an.“ So hat es Wilhelm Bauer in seinem Sinsheimer Heft Nr.13 festgehalten.

Die Vereinsgründung erfolgte dann am 20.08.1946. Die Gründungsmitglieder sind auf einem Foto aus dem Jahre 1954 zu sehen. Es sind neben dem Bürgermeister und dem Landrat die Honoratioren der Stadt. Die Gründung des Vereins ist unmittelbar mit der Gründung des Stadtmuseums verbunden. Im Aufbau der Sammlungen für das Museum sah der Verein seine vordringliche Aufgabe. Gesammelt wurde alles. Bald konnten erste Räumichkeiten am Kirchplatz (Würfel-Theater) für das Museum genutzt werden, bis endlich in der Bahnhoftraße 2 unterm Dach über dem Grundbuchamt Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt wurden. Mit dem Umzug des Rathauses in die Wilhelmstraße 1973 war das Alte Rathaus frei und so konnte hier das städtische Museum eingerichtet werden, das bis 1990 ehrenamtlich vom Verein geführt worden ist. Erste Vorsitzende des Vereins waren Georg Zink, Philipp und Hans Killmer bis 1977. Dann übernahm Manfred Hütter den Vorsitz. Während seiner Zeit wurde u.a. die Handwerksabteilung des Museum wesentlich erweitert und seine Adventsschoppen mit historischen Vorträgen waren sehr beliebt. Seit 1989 stand Werner Töniges dem Verein vor. In seiner Zeit wurde es Vorschrift, dass Städte von der Größe Sinsheims einen Stadtarchivar zu beschäftigen hatten. Er setzte sich im Gemeinderat sehr für das Museum ein. So wurde im November 1989 eine Stelle ausgeschrieben für einen Stadtarchivar und Museumsleiter. Diplomkulturwissenschaftler Holger Friedrich wurde diese Aufgabe ab 1. März 1990 zuteil. Der Verein unterstütze weiterhin ehrenamtlich das Museum, konnte sich nun aber auch anderen Aufgaben, wie Exkursionen und Vorträgen widmen. Ehefrau Christine Friedrich war von Anfang an ehrenamtlich im Museum und Verein und bald als Stellvertreter von Werner Töniges aktiv und hat seit März 2006 den Vorstandsvorsitz des Vereins. 

Mit dem Ausbau des Museums und der historischen und didaktischen Aufarbeitung der Sinsheimer Geschichte wurden parallel Projekte des Geschichtsverein gestartet. So wurde 1992 anlässlich einer Ausstellungseröffnung zum Gedenken an Franz Sigel eine Performance aus Szenen und Liedern zur Demokratiebewegung von 1848/49 aufgeführt. Aus diesen Akteuren ging das Friedrich-Hecker-Theater hervor, welches Holger Friedrich leitet. Aus seiner Feder stammen auch über zehn Theatersücke, die sich alle mit der großen Geschichte beschäftigen, in der sich im Mikrokosmos der Sinsheimer Stadtgeschichte widerspiegelt.... Die von Holger Friedrich geschriebenen Theaterstücke brachten die Sinsheimer Geschichte einem breiten Kreis der Bevölkerung nahe, auf eine bis dahin nicht gekannte Art und Weise. Die erfogreichsten Szenen sind jetzt auf Monitoren, die der Verein gesponsert hat, im Stadtmuseum zu shen.

Ein Höhepunkt war sicherlich das große Hecker-Fest mit der Einweihung des "Denkmals für die Freiheit" vor dem Historischen Rathaus 1998 mit den Namen der wichtigsten Sinsheimer Demokraten von 1848/49 auf Initiative von Holger Friedrich und mit Spenden des Vereins und der Sparkasse.

Seit 2008 gibt der Verein die "Sinsheimer Geschichtsblätter- Jahrbuch für Geschichte und Kultur" heraus, deren 4. Ausgabe im November 2015 erschien. Treibende Kräfte des Redaktionsteams waren Holger und Christine Friedrich,  Rolf-Peter Thomas, Werner Töniges und Barbara Stejskal.