Limestor und Teufelsmauer

Exkursion der Freunde Sinsheimer Geschichte nach Aalen

Unter Leitung des 2. Vorsitzenden Klaus Gaude erkundeten die Freunde Sinsheimer Geschichte den Rätischen Limes bei Aalen im Ostalbkreis.

Nach einer zweistündigen Busfahrt, bei der Wolfgang Stejskal, der den Ausflug organisiert hatte, eine kurze Einführung in die Entstehung der verschiedenen Limesstrecken gab, erreichte die Gruppe das Limesmuseum in Aalen. Dieses liegt auf dem Gelände des ehemaligen Kastells der Ala II Flavia, einer 1000 Mann starken Reitereinheit.

Bei einer äußerst unterhaltsamen und informativen Führung erhielten die Teilnehmer Einblicke in Lage und Bedeutung des Lagers sowie das Leben am Limes zwischen 160 und 254 n.Chr. Mit lebensgroßen Nachbildungen von Pferd und Reiter wurde die Ausrüstung der Besatzung veranschaulicht, ergänzt mit amüsanten Details wie z.B. die Verzierungen am Pferdegeschirr in Form von Phalli, um die bösen Geister abzuwenden. Auf die vielen interessierten Fragen gab die Führerin ausführlich Antwort, sodass nach der Besichtigung des Nachbaus eines Kasernenblocks, wo Pferde und Reiter aus Gründen der Wärme zusammen untergebracht waren, kaum mehr Zeit blieb, einen kurzen Rundgang über das Außengelände zu machen.

Nach kurzer Fahrt erreichte man das Restaurant „Zum Goldenen Lamm“ in Schwabsberg, wo beim Mittagessen die Eindrücke des Morgens in Ruhe  verarbeitet werden konnten.

Wenige Schritte waren es von dort zum Limestor  von Dalkingen, den Resten eines Prunktors, das Kaiser Caracalla im Jahr 213 hatte errichten lassen, nachdem er hier wegen eines Feldzugs in Richtung Main den Limes überschritten hatte.

Ein sogenannter Limes Cicerones, ein “Limesredner“, wartete schon, um die Reste des Baues, seine Entstehungsphasen und die Geschichte der Ausgrabung und Sicherung der Anlage zu erläutern. Beeindruckt waren die Zuhörer auch von der Glaskonstruktion, die sich als Schutzbau über dem Tor erhebt, und die mit starken Kontrast zu den steinernen Resten, zur Hervorhebung des Denkmals beiträgt.

Nach all diesen Informationen teilte sich die Gruppe nun: Während der kleinere Teil zum Restaurant zurückging, um sich bei Kaffee und Kuchen zu erholen, begaben sich die anderen auf eine 8 Kilometer lange Wanderung entlang des Limes hinunter zum Bucher See an der Jagst, mit seinen Freizeitanlagen und zu den Resten des kleinen Kastells dort. Nach 2 Stunden trafen sich beide Gruppen wieder an einem restaurierten Wachtturm und nach seiner Besteigung konnte man sich für einen Augenblick in die Rolle eines römischen Soldaten versetzen, der von hier oben  den Limes, den Albtrauf und das Leben entlang der Grenze im Blick hatte.

Schließlich erhob sich vor den Geschichtsfreunden noch ein Stück der sogenannten Teufelsmauer, nachgebaut bis zur ursprünglichen Höhe von 3 Metern. Dabei wurde der Zweck dieser Mauer an einem kleinen Detail noch einmal deutlich gemacht, denn die Limesmauer hatte keinen Wehrgang, d.h. sie diente nicht als Verteidigungsmauer, sondern als reine Grenzmarkierung zwischen dem Römischen Reich und dem „freien“ Germanien.

Die Exkursion der Freunde Sinsheimer Geschichte war auch insofern geglückt, als man den ständig drohenden schwarzen Gewitterwolken entkommen war.

 

Wolfgang Stejskal (Sk) 06.07.2016