Freiheitsdenkmal wird 20 Jahre

Denkmal für die Freiheit

Die Freiheitssäule in Sinsheim wird 20 Jahre! Am 3. Mai 1998 wurde sie mit einem großen Freiheitsfest in der Sinsheimer Innenstadt eingeweiht. Die Zeitungen schrieben: „Dieser Tag wird in die Geschichte Sinsheims eingehen!“ (BAZ) Was will uns die Freiheitssäule sagen? Die Schrift: Für Freiheit, Recht und Einigkeit 1848/1998 läuft rund um die Säule herum und die Gesichter der fünf bedeutendsten Sinsheimer Kämpfer für Demokratie sind darunter dargestellt: Friedrich Hecker, Gustav Mayer, Franz Sigel, Karl Bauer und Eduard Speiser. Ihr Traum von der Freiheit ging damals nicht in Erfüllung und die unvollendete Spitze der Säule steht symbolisch dafür, dass auch heute in der Demokratie um Freiheit, Recht und Einigkeit täglich gerungen werden muss.

In einem Lied der "Achtundvierziger" heißt es: "Tun wir, tun wir was dazu!"

Die Idee zu dieser Säule hatte Museumsleiter Holger Friedrich, nachdem er die Geschichte der Sinsheimer Achtundvierziger erforscht hatte. Diese Geschichte ließ ihn nicht wieder los und er schrieb u.a. mehrere Theaterstücke zu diesem Thema für das Friedrich-Hecker-Theater. Das Theaterstück „Der Traum von der Freiheit“ wurde in vielen Orten Badens und in den USA aufgeführt. Das Denkmal für die Freiheit wurde vom Künstler Hans-Michael Franke geschaffen, nachdem die Sparkasse Sinsheim, der Verein „Freunde Sinsheimer Geschichte“ e.V. und viele Sinsheimer Bürger und Firmen Spendenbeiträge geleistet hatten. Das Fundament stiftete Bauunternehmer Rudolf Knauber. Die Denkmaleinweihung am 3. Mai 1998 fand im Rahmen des großen Freiheitsfestes zum landesweiten Gedenken an die Demokratiebewegung von 1848/49 statt. Zu diesem Freiheitsfest in der Sinsheimer Hauptstraße kamen tausende Menschen aus Nah und Fern. Sinsheim stand plötzlich im Blickpunkt der Öffentlichkeit und der Medien.

Die Personen auf dem Denkmal:

Franz Sigel

geb. 18.11.1824 Sinsheim, gest. 21.8.1824 New York-City USA

Berühmtester Sohn Sinsheims, Besuch des Gymnasiums in Bruchsal, 1840-1843 Kadettenschule Karlsruhe, 1843-1847 Leutnant der großherzoglich-badischen Armee, schied freiwillig aus der Armee aus, 1848 militärischer Führer beim Hecker-Zug für die demokratische Republik, anschließend Exil in der Schweiz… .1849 kehrte er zurück und avancierte zum General der badischen Revolutionsarmee … nach der Niederlage der Revolution emigrierte er über die Stationen Schweiz, Frankreich, England schließlich in die USA, während des Bürgerkrieges 1861-1865 kämpfte Sigel als Generalmajor auf der Seite der Nordstaaten gegen die Sklaverei der Südstaaten, er stand im Briefwechsel mit Abraham Lincoln und wurde zum Idol der deutschen Auswanderer nach 1848, in den USA erinnern bis heute zahlreiche Namen von Schulen und Straßen und zwei Denkmäler in New York und St. Louis an seinen Ruhm.

Friedrich Hecker

geb. 28.9.1811 Eichtersheim, gest. 24.3.1881 St. Louis, USA

Besuchte das überkonfessionelle Gymnasium in Mannheim, studierte Jura in Heidelberg und München, Promotion, dann Advokat beim Oberlandgericht Mannheim, 1842 Wahl zum Abgeordneten der II. Kammer des badischen Landtages für den Wahlkreis Weinheim/Ladenburg, 1848 führender Kopf des badischen Aufstandsversuchs zur Errichtung der demokratischen Republik, emigrierte nach der Niederwerfung des Aufstandes in die Schweiz, dann Auswanderung in die USA, Hecker war ab 1861 Oberst auf Seiten der Nordstaaten im amerikanischen Bürgerkrieg an der Seite Franz Sigels.
Wie kein anderer badischer Revolutionär drückte er dem Zeitgeist seinen Stempel auf, war ein begabter Redner, der es verstand, die komplizierten rechtlichen Angelegenheiten des Landtages dem Volke zu erklären…

Gustav Mayer

geb. 22.8.1810 Heilbronn, gest. 7.8.1853 St. Louis, Nordamerika

Stadtapotheker in Sinsheim seit 1844, schillerndste politische Figur im Amtsbezirk Sinsheim während der Revolution 1848/49, er rief in Sinsheim am 24. April 1848 die demokratische Republik aus, nachdem er und seine demokratischen Anhänger im Sinsheim Rathaus quasi seit Januar 1848 die Macht ausübten. … Sein bewaffneter Zug nach Heidelberg mit dem Ziel, sich dort mit den Heidelberger Demokraten zu vereinen, scheiterte an der Denunziation vom Sinsheimer Amtmann Lang. Während der Mairevolution 1849 war er Zivilkommissar für den Amtsbezirk Sinsheim, er emigrierte in die USA und betrieb dort wieder eine Apotheke.

Karl Bauer

geb. 11.3.1827 Mönchzell, gest. 1889 Milwaukee, USA

Studierte in Heidelberg Theologie, war dann Amtsschreiber in Sinsheim, avancierte zu einem der führendenden Köpfe der Sinsheimer Demokraten und wurde enger Weggefährte von Gustav Mayer, er war beteiligt am Sinsheimer Ostermontagszug und am Struve-Putsch in Lörrach im September 1848, nach Ausbruch der Mairevolution 1849 wurde er Kriegskommissar im Kraichgau und setzte konsequent die Maßnahmen des Landesausschusses Karlsruhe um, er emigrierte in die USA und wurde ein bekannter Verleger.

Eduard Speiser

geb. 25.3.1814 Kirchheim unter Teck, gest. 27.3.1892 Sinsheim

Färbermeister, gehörte zu den führenden Köpfen der demokratisch-revolutionären Bewegung im Amtsbezirk Sinsheim, 1849 während der Mairevolution wurde er erstmals Bürgermeister in Sinsheim, nach der Niederlage der demokratischen Bewegung ging er ins Schweizer Exil, 1850 freiwillige Rückkehr nach Sinsheim mit anschließendem Gefängnis, 1881 – 1889 wurde er erneut Bürgermeister in Sinsheim.