Projekt: „Jugend übernimmt Museumsdienst“ endete am 30. Juni 2018

Seit über 24 Jahren übernehmen Jugendliche ehrenamtlich die Museumsdienste an Sonn- und Feiertagen im Stadtmuseum. Die Idee dazu kam von Museumspädagogin und Vorstandsmitglied des Vereins „Freunde Sinsheimer Geschichte“ e.V. Christine Friedrich 1994. Jugendliche an eine ihrer ersten verantwortungsvollen Aufgaben heranzuführen und dabei gleichzeitig für unsere Stadt und ihre Geschichte zu begeistern, lag ihr sehr am Herzen. Sie engagierte sich als Ehrenamtskoordinatorin und baute ein Netz von Jugendlichen und dazu eine gute Kooperation mit dem Wilhelmi-Gymnasium und der Albert-Schweitzer-Schule auf.

Die Jugendlichen begannen meist schon mit 15 Jahren diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen und blieben auch während ihres Studiums noch viele Jahre dem Museumsdienst treu. Ihre Aufgabenbereiche umfassen neben der selbständigen Besucherbetreuung an Sonn- und Feiertagen auch die Mitwirkung bei Museumsveranstaltungen, Fohlenmarktumzügen, Kinderferienprogrammen und Ausstellungseröffnungen. Als ehrenamtliche Mitarbeiter des Stadtmuseums sind die Jugendlichen allmählich in ihre Aufgaben hineingewachsen und wurden begleitet von Christine Friedrich, die natürlich auch ehrenamtlich an allen Sonn- und Feiertagen immer als zuverlässige Partnerin per Handy ansprechbar war oder vor Ort ins Museum kam, um die Jugendlichen bei ihren Aufgaben zu begleiten.

„Unsere Jugendlichen haben das Stadtmuseum und die Stadt Sinsheim hervorragend nach außen vertreten und fast alle haben sich als sehr zuverlässig erwiesen“, so Schatzmeisterin Erika Behaghel, die auch die kleine Aufwandsentschädigung aus der Vereinkasse auszahlte. Dabei war die Aufgabe für die Jugendlichen nicht ganz leicht, denn in den 4 Häusern des Stadtmuseums gilt es viele Treppen hoch und runter zu laufen, Türen aufzuschließen, unzählige Vitrinen einzeln anzuschalten und vor allen Dingen die Monitore mit den gespielten Theaterszenen des Hecker-Theaters exakt hochzufahren. Auch die Abrechnung der Einnahmen für die Stadt musste immer korrekt sein. Selten musste die Vereinskasse für kleine Defizite herhalten. Oft besuchten Nachfahren von ehemaligen Sinsheimern aus Amerika das Museum und waren begeistert von den hervorragend englisch sprechenden jungen Damen und Herren im Empfang des Stadtmuseums. Manche Jugendliche haben ein überdurchschnittliches Engagement entwickelt und unterstützten das Stadtmuseum bei den vielen Veranstaltungen und auch bei den Aufgaben des zum Verein gehörenden Hecker-Theaters.

Seit über 24 Jahren haben Generationen von Jugendlichen ehrenamtlich im Museum gearbeitet, manche von ihnen 8 Jahre lang, wie Nina Göbelbecker oder 10 Jahre lang wie Miriam Kaiser. Viele von ihnen haben die erste Referenz für ihre zukünftigen Bewerbungen vom Vorstand des Vereins „Freunde Sinsheimer Geschichte“ e.V. dafür erhalten. Jetzt scheiden Miriam Kaiser und Nina Göbelbecker aus beruflichen und studientechnischen Gründen aus dem Museumsdienst aus und wurden wegen ihres großen ehrenamtlichen Engagements für den Bürgerpreis der Sparkassen vorgeschlagen.

Durch die von der Stadt verordnete Trennung von Museum und Geschichtsverein und durch das Ausscheiden von Christine Friedrich als Ehrenamtskoordinatorin aus dem Stadtmuseum endet dieses Projekt nach 24 erfolgreichen Jahren.