Sie glühten für das Stadtmuseum

Leserbrief in der RNZ vom 16.5.2018

Engagement des Ehepaars Friedrich

Sie glühten für das Stadtmuseum

Zu: Was ist im Stadtmuseum los? RNZ vom 7. Dezember 2017

Auch wenn ich Sinsheim schon lange verlassen habe, bleibt doch die Verbindung zu dem Ort, in dem ich Abitur machte, an dem mein Vater als Direktor des Amtsgerichts wirkte. Unsere ganze Familie empfand vor Jahrzehnten das Kommen des Ehepaars Friedrich als Segen für die Stadt, die mit Event-Einrichtungen glänzte, aber nicht unbedingt mit Kultur-Ereignissen. Das änderte sich mit dem Ehepaar Friedrich: Plötzlich spielten mir bekannte Personen in Theaterstücken mit, in ganz Sinsheim schien Bewegung, Begeisterung, Freude zu kommen. Dass das Ehepaar Friedrich nicht mehr im Stadtmuseum arbeitet, nehme ich als Außenstehender mit Fassungslosigkeit zur Kenntnis - ohne Einblick in jedes Detail, dafür mit einem distanzierten Blick! In unserer Familie gab es einen Satz: "Wehe dem, der den Himmel eines anderen zerstört!" Wir waren stets voll Respekt vor Menschen, die für eine Sache glühten, ihr Engagement in eine Sache legten, in Leidenschaft etwas bewegten. Diese Vorantreiber unserer Gesellschaft empfanden wir als Segen! Diesen Menschen ihr Glück, ihr Lebenselexier zu nehmen, mordet nicht nur deren Engagement, sondern macht uns alle ärmer. Wehe der Gesellschaft, die keine Menschen mehr hat, die für sie glühen! Wehe der Stadt, die sich dieser Menschen beraubt!

Von der Badewelt über das Technik-Museum bis zu Messe-Einrichtungen ist alles da, aber die Seele einer Stadt, das Kulturelle, die geschichtliche Vergangenheit, ihre gelebte Gegenwart nimmt Schaden, verkümmert. Nicht merkbar in Wirtschafts- und Übernachtungszahlen, aber spürbar für Menschen, die neben der Prosperität einer Stadt auch auf das Kulturelle, das gemeinsame Engagement in der Spanne von Gegenwart und Vergangenheit achten, dieses erspüren und es immer wieder zum Erblühen bringen wollen. Dies alles verband unsere Familie mit dem Ehepaar Friedrich, wir nannten sie einen "Segen für Sinsheim"

Klaus Schenck, Tauberbischofsheim